Presse Folgeseite

09.09.2019

Für mehr blühende Vielfalt: Umwandlung von fünf Flächen in Hall

Mehr Lebensraum für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Vögel und andere Insekten schaffen – das ist das Ziel des Projekts „Natur nah dran“, bei dem die Stadt Schwäbisch Hall und der NABU kooperieren. Ab dieser Woche werden die im Rahmen des Projekts ausgewählten Flächen in Schwäbisch Hall vorbereitet, um sie in blühende Blumenwiesen umzuwandeln. Das bedeutet, dass die Flächen zum Teil ausgebaggert und mit einem Gemisch aus Kalksteinsplitt und Brechsand wieder aufgefüllt werden.

Dies ist nötig, damit die Wildblumen und Wildstauden dort gedeihen können – die meisten Flächen im Stadtgebiet benötigen einen sehr mageren Boden, damit die gewünschten Pflanzen dort wachsen können. „Die Flächen sehen für ein paar Wochen natürlich zunächst recht grau aus oder werden sogar mit einem neuen Parkplatz verwechselt. Doch keine Bange: In einiger Zeit blüht es hier für Tiere wie Mauerbienen, Stieglitze oder Schachbrettfalter“, erklärt NABU-Projektleiter Martin Klatt. „Es braucht jetzt etwas Geduld, aber in den nächsten ein bis zwei Jahren werden sich die Flächen zu wertvollen und langjährigen Lebensräumen entwickeln.“

Ein weiterer Grund für den Bodenaustausch ist, dass so die im Boden schlummernden Samen von weniger erwünschten und sich schnell ausbreitenden Pflanzen wie Melde, Knöterich oder Weißklee entfernt werden. An manchen Standorten kann die Erde auch an Ort und Stelle belassen oder nur umgegraben und dann mit Wildpflanzen bestückt werden.

Die Gestaltung und Bepflanzung der fünf Flächen haben die Abteilung Stadtplanung und die Stadtbetriebe der Stadt Schwäbisch Hall mit einem Biologen individuell auf den jeweiligen Standort angepasst. „Für die Magerwiesen haben wir zum Beispiel als Saatgut eine Haller Mischung mit verschiedenen Blühpflanzen zusammengestellt“, erklärt Katharina Hofmann von der Abteilung Stadtplanung. Je nachdem, wie sich die Blühflächen in den kommenden Jahren entwickeln, wird diese Mischung auch weiterentwickelt.

Im Oktober werden die Flächen mit den jeweils passenden Arten bepflanzt, die Pflege der Flächen übernehmen künftig die Stadtbetriebe. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten dazu auch praktische Hinweise im Rahmen von Workshops mit einem Naturgärtner und dem NABU zur Anlage und Pflege der naturnahen Flächen.

Die in Schwäbisch Hall mit „Natur nah dran“ umgewandelten Flächen liegen an fünf Ortseinfahrten an der Crailsheimer Straße, Tüngentaler Straße, Steinbacher Straße, Gaildorfer Straße und der Stuttgarter Straße. An diesen Grünflächen sind vorübergehend Schilder aufgestellt, die kurz und knapp erklären, warum Baggerarbeiten stattfinden oder Substrat aufgeschüttet wird. Später werden diese Schilder durch feste Infotafeln ersetzt, die auf die wertvollen Lebensräume für die biologische Vielfalt hinweisen.

Schwäbisch Hall ist eine von 13 Städten und Gemeinden, die sich erfolgreich um eine Teilnahme am landesweiten Projekt „Natur nah dran“ für 2019 beworben hatten. Das Kooperationsprojekt des NABU und des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg unterstützt von 2016 bis 2020 jährlich zehn bis 13 Kommunen bei der Anlage naturnaher Grünflächen. Jede teilnehmende Kommune erhält eine Zuwendung in Höhe von 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, maximal 15.000 Euro.

Weitere Infos sowie kurze Videos zum Projekt gibt es unter www.naturnahdran.de.